Prix

The Prix Ars Electronica Archive is a collection enabling search and viewing of all the submissions since 1987. The award-winning projects are documented with catalogue texts and audio-visual media. All other submissions can be searched by title/artist and displayed with year, category in list form. Please cite the credits (artwork name, artist and photographer) and only use the materials if your article is related to Ars Electronica. 

u19 – FREESTYLE COMPUTING Auszeichnung - Award of Distinction 2006

Faceology

Irene Kriechbaum
Warum schenken wir unter den vielen „neuen“ Gesichtern, denen wir täglich begegnen, manchen mehr, anderen weniger Aufmerksamkeit? Warum nehmen wir manche Gesichter als attraktiver war? Unter dem Aspekt, dass das Empfinden von Schönheit natürlich immer von subjektiven Eindrücken geprägt ist, hat die Verhaltensforschung Anhaltspunkte für die Attraktivität und die Bewertung unser Gesichter festgestellt. Das Attraktivitätsurteil einer Person kann auf mehreren Säulen basieren: auf Symmetrie, Kindchenschema, auf Ausdrucksfeatures und dem Anteil der Durchschnittgesichter im Einzelgesicht.

In Faceology werden an diese Thesen angepasste Bilder den Originalen gegenübergestellt.

Originalgesichter: Der erste Teil der Serie zeigt 48 junge Frauen, die Fotos wurden zu 12 Tafeln zu je 4 Fotos zusammengestellt. Die Klassenkameradinnen wurden in frontaler Ansicht mit nach hinten genommenen Haaren, ungeschminkt und mit einheitlichem T-Shirt fotografiert. Morph: Laut der Hypothese des Durchschnittsgesichtes soll ein Gesicht, das viele Originalgesichter beinhaltet, als besonders attraktiv wahrgenommen werden. Die Annäherung an dieses Gesicht erfolgt über das Morphen.

Symmetrie: Um die Bedeutung der Symmetrie zu veranschaulichen, wurde die linke Gesichtshälfte gespiegelt, die rechte ebenso, diese beiden Bilder wurden gemorpht. Kindchenschema: Die Theorie des Kindchenschemas besagt, dass Merkmale, die typisch für kindliche Gesichtszüge sind Liebenswürdigkeit und Attraktivität hervorrufen und als Konsequenz ein Schutzverhalten gegenüber Menschen mit solchen Merkmalen fordern. Ausdrucksfeatures: Verschiedene in ein Gesicht montierte Augenbrauenformen und Lippen zeigen, welche Auswirkungen solch scheinbar kleine Veränderungen auf die Attraktivität eines Menschen haben.

Die Gegenüberstellung der (bearbeiteten) Gesichter zeigt Ansatzpunkte zur Einschätzung der Attraktivität im menschlichen Gesicht. Es handelt sich aber nach wie vor lediglich um Ansatzpunkte, sonst gäbe es eine höchst präzise Antwort auf die Frage nach der Schönheit unserer Gesichter.
Irene Kriechbaum, geb. 1987, besuchte das Gymnasium Vöcklabruck und derzeit die HBLA für künstlerische Gestaltung in Linz.