Prix

The Prix Ars Electronica Archive is a collection enabling search and viewing of all the submissions since 1987. The award-winning projects are documented with catalogue texts and audio-visual media. All other submissions can be searched by title/artist and displayed with year, category in list form. Please cite the credits (artwork name, artist and photographer) and only use the materials if your article is related to Ars Electronica. 

u19–create your world Auszeichnung - Award of Distinction 2014

Smart Clock

Jonas Bodingbauer
*Smart Clock* ist eine Uhr, die gleichzeitig Kalender und Uhr ist. Sie zeigt nicht nur die aktuelle Uhrzeit an, sondern auch, welche Termine zu erledigen sind. Die RGB-Leds hinter dem Ziffernblatt zeigen die durch Farben codierten Termine an. Man kann ablesen, wann ein Termin anfängt und wie lange er dauert. Die Namen der Termine und deren Farbzugehörigkeit werden auf einem LCD aus 20 x 4 Buchstaben unter der Uhr angezeigt. Die Termine werden von der *Smart Clock* vom Google-Kalender abgerufen.
Die Termine werden einerseits im Halbtagesmodus angezeigt (eine LED entspricht 30 Minuten), andererseits im Stundenmodus (eine LED entspricht 2,5 Minuten), wobei die jeweilige Stunde genau angezeigt wird.
Die Uhr wurde mit einem Arduino Mega 2560, einem WiFi-Shield und mehreren anderen Komponenten realisiert. Da man mit dem Arduino Mega nicht direkt auf die Google-Server zugreifen kann, muss dies durch einen Server, der auf einem externen Computer (z. B. einem Raspberry Pi) läuft, erledigt werden. Also greift die Uhr auf den selbst programmierten Uhr-Server und dann auf die Google-Server zu. Der Server wurde in Java programmiert, das Arduino in C bzw. C++.
Die Netzwerkeinstellungen (WLAN-Daten, Server IP) werden über einen selbst entwickelten Controller eingegeben. Dieser besteht nur aus einem Potentiometer (für die Eingabe von Zahlen und Buchstaben) und drei Knöpfen für die Steuerung des Menüs.
Entwickelt wurde die Uhr, um den Tagesplan besser im Blick zu haben und um seine Termine zeitgerechter erreichen zu können.
Jonas Bodingbauer, geb 1998, besucht seit 2012 die HTL Leonding im Zweig Elektronik und Technische Informatik. Seine Freizeit verbringt er gerne am Computer, mit dem er einerseits programmiert und Schaltungen entwirft, allerdings auch Computerspiele spielt. Außerdem nimmt er an der jährlichen Physikolympiade teil, bei der er 2014 den Landeswettbewerb gewonnen hat. Seine weiteren Hobbies sind Radfahren, Laufen und Cello spielen.

Die *Smart Clock* holt die Daten aus dem Google-Kalender, die ansonsten in Rechnern und Smartphones „versteckt“ sind, wieder in die analoge Welt zurück und macht sie auf der Zeigeruhr sichtbar. Das Visualisierungs- und Interaktionskonzept ist wohl durchdacht: Man kann zwischen einer 12-Stundenansicht und einer detaillierten Ein-Stundenansicht wechseln. RGB-LEDS zeigen die Ereignisse durch Farbcodes an, und auf einem zusätzlichen Display sieht man detailliertere Information über bevorstehende Ereignisse. Das alles ist in einem schönen Objekt mit klarem und reduziertem Design verbaut. Aber nicht nur das Design und Datenvisualisierungskonzept, sondern auch die technische Umsetzung, die profunde Hardware- und Softwarekenntnisse voraussetzt, überzeugt. *Smart Clock* ist ein sehr gelungenes Beispiel für ein Objekt, das aus dem DIY-Gedanken heraus entstanden ist und Open-Source-Technologien verwendet.