Prix

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u19–create your world Auszeichnung - Award of Distinction 2014

(e)motion-mirror

Richard Sadek
Gefühle sind menschlich. Kein Computer der Welt – auch wenn er noch so lange rechnet – kann Gefühle besser deuten und besser auf sie reagieren als wir Menschen selbst. Das geht so weit, dass der Mensch Gefühle nicht einmal lernen muss. Ganz kleine Babys und von Geburt an blinde Menschen können ein Lachen und Weinen zeigen, das für uns eindeutig als Gefühl erkennbar ist. *(e)motion-mirror* soll uns diese Einzigartigkeit des Menschen vor Augen führen, indem erst gar nicht versucht wird, die Gefühle des Betrachters zu deuten. Stattdessen werden Bewegungen des Gesichts („motions“) computergesteuert („e“) analysiert und als Klaviertöne „widergespiegelt“ („mirror“). Dadurch ist mein Projekt eher mit einem Video oder eben einem Spiegel zu vergleichen, der die Gefühle nur widerspiegelt und nicht wie eine künstliche Intelligenz deutet. Die Klänge, die man beim Betrachten hört, sind also die eigenen Gefühle, die rein objektiv analysiert werden. Es sind allerdings nicht Klänge, die man mit den Gefühlen verbinden würde. Ein Lächeln muss also nicht unbedingt heitere Musik hervorrufen. Wäre dem so, würde *(e)motion-mirror* ja die Gefühle interpretieren. Hier wird es dem Betrachter aber selbst überlassen, seine in Töne umgesetzten Gefühle zu deuten.
Richard Sadek, geb. 1996 in Graz. Musik und die Technik faszinieren ihn schon seit seiner Kindheit. Derzeit besucht er die siebente Klasse des BRG Kepler. Er spielt klassische Gitarre, betreibt Chorgesang und verbringt einen großen Teil seiner Freizeit mit Programmieren. Als Vereinigung seiner beiden Leidenschaften entwickelte er eine Liebe für das Erstellen von interaktiven Kunstwerken. So schuf er im Zuge des Wahlpflichtfaches „Experimentelle Mediengestaltung“ am BRG Kepler den *(e)motion-mirror*.

Die Installation *(e)motion-mirror* beeindruckt durch die Unmittelbarkeit, mit der die User mit dem Spiegel interagieren können. Das eigene Gesicht im Spiegel betrachten und dabei Grimassen schneiden hat etwas Elementares an sich. Wenn dabei plötzlich Töne erzeugt werden und man erkennt, dass diese Töne durch den eigenen Gesichtsausdruck gesteuert werden, ist man schon mitten drinnen in der Interaktion. Durch die Art der Konstruktion des Spiegels ist es dem Richard Sadek gelungen, die Technologie in den Hintergrund zu rücken. Der Betrachter steht vor einem scheinbar normalen Spiegel, und umso verblüffender ist daher die Wirkung, die von diesem Objekt ausgeht. Der *(e)motion-mirror* ist ein äußerst gelungenes Beispiel für eine Arbeit, die unter Verwendung von Open-Source-Software entstanden ist und die Elemente Kunst und Technik beispielhaft kombiniert.