Prix

The Prix Ars Electronica Archive is a collection enabling search and viewing of all the submissions since 1987. The award-winning projects are documented with catalogue texts and audio-visual media. All other submissions can be searched by title/artist and displayed with year, category in list form. Please cite the credits (artwork name, artist and photographer) and only use the materials if your article is related to Ars Electronica. 

u19–create your world Goldene Nica - Golden Nica 2015

Inside & Between

Gabriel Radwan
Hör mir jetzt gut zu. Mein Film ist keine Kopie! Er hat zwar Ähnlichkeiten mit den Arbeiten von William Kentridge, und das gebe ich auch zu. Er hat schon öfters gezeigt, dass die Kombination von Malerei / Zeichnung und Film eine besondere Wirkung entfalten kann. Durch meine Liebe zum Film und die Tatsache, dass ich immerhin ein wenig mit dem Kohlestift umgehen kann, kam mir die Idee, auch so einen Stop-Motion-Film zu drehen. Man hat auch gleich ganz andere Möglichkeiten, wenn man alles, was auf dem Papier passieren soll, unter Kontrolle hat. Die Bilder entstanden durch das Ausmalen von A3-Blättern und anschließendem Radieren, um so Lichteffekt zu inszenieren. Nach jeder Veränderung, die im Film gezeigt werden soll, nahm ich ein Foto mit einer an einem Stativ befestigten Kamera auf. Doch ganz anders als Kentridge möchte ich mit meiner Arbeit nicht auf Probleme in der Gesellschaft hinweisen. Es ist viel mehr der Versuch, die Fantasie in uns allen anzuregen und meine Gedankengänge mitzuteilen.

In gewisser Weise ist der Inhalt meines Filmes auch nicht aus dem Nichts gekommen. Durch die (Musik und) Texte von Roger Waters kam mir die Idee für die Geschichte des Films. Wie auch im Album *The Wall* geht es um einen Protagonisten, der sich in einer von ihm selbst kreierten „Welt“ verirrt, in der er sich von der Außenwelt abschneidet, nur ist in meinem Film der Künstler nicht von einer Mauer umgeben, sondern in jenem Raum eingeschlossen, in dem alles angefangen hat. Doch wie ist es dazu gekommen? Er malte ständig nur an seinem Bild, bis er wohl auf alles vergessen hat. Selbst die Zeit, also hat sie ihn wohl einfach verlassen. Wer würde das nicht tun?
Gabriel Radwan, geboren und aufgewachsen in Wien, doch das Meiste erst in späteren Jahren gelernt. Im Alter von 12 Jahren zog ich nach St. Georgen am Ybbsfelde in Niederösterreich und besuchte dort zwei Jahre die Musikhauptschule in Blindenmarkt. Musik spielte schon immer eine wichtige Rolle für mich, und das kann man vielleicht auch aus meiner Arbeit hören. Genauso wie generell die Kunst und die Schule, die ich besucht habe, mich in den letzten fünf Jahren geprägt haben.