Prix
The Prix Ars Electronica Archive is a collection enabling search and viewing of all the submissions since 1987. The award-winning projects are documented with catalogue texts and audio-visual media. All other submissions can be searched by title/artist and displayed with year, category in list form. Please cite the credits (artwork name, artist and photographer) and only use the materials if your article is related to Ars Electronica.
Robdilo'clock
Benjamin Aster
Robdilo'clock ist ein selbst geplanter, gebauter und programmierter Roboter, der die Uhrzeit auf ganz besondere Art und Weise anzeigt. Er nimmt mit Hilfe eines Greifers einzelne Segmente und positioniert sie so, dass sie die Uhrzeit in digitalen Ziffern ergeben. Es ist also eine Roboter-Uhr, die in analoger Weise (mit Motoren) die Zeit digital anzeigt. Daher der Name „ROBot - DIgital - anaLOg - CLOCK".
Der Greifer wird in zwei Achsen von motorbetriebene Gewindestangen über eine schwarz lackierte Plexiglasplatte bewegt. Zum Hochheben und Ablegen der Segmente wird die gesamte Platte auf und ab bewegt. Ein Arduino Mega 2560 Mikroprozessor-Board steuert das System. Die Auf-Ab-Bewegung erfolgt über zwei Mini-Steppermotoren, welche zwei Stangen drehen. Daran sind zwei Fischertechnik-Zahnräder befestigt. Diese greifen in die an der Platte befestigten Zahnstangen und heben bzw. senken somit die Platte. Ein Servomotor öffnet und schließt den Greifer zum Zuschnappen und Loslassen der Segmente. Diese haben jeweils zwei kleine Magnete an der Unterseite, durch die sie an der Metallplatte haften, die direkt unter dem Plexiglas liegt. Ein aufwendig konstruierter Mechanismus ermöglicht die Drehung des Greifers. Die Motorhalterungen und den kompletten Schlitten mit dem Greifkopf habe ich in der CAD-Software Onshape 3D-modelliert und mit dem 3D-Drucker ausgedruckt.
Uhrzeiten regeln unseren Tagesablauf. Sie können auch Botschaften übermitteln. Fur den Kurzfilm, mit dem ich zeige, wie Robdilo'clock funktioniert, habe ich bewusst die Minuten kurz vor zwölf Uhr gewählt: Diese Zeitspanne hat auch eine symbolische Bedeutung. Sie kann daran erinnern, dass manche Probleme unserer Zeit rasch gelöst werden müssen, bevor es dafür zu spät ist.
Ich bin jetzt 14 Jahre alt. Wenn ich doppelt so alt bin, wird die Welt sich sehr verändert haben. Robdilo'clock bestimmt die tägliche Uhrzeit. Inwiefern Roboter mehr und mehr unseren Alltag bestimmen werden, wird die Zukunft zeigen.
Jurystatement:
Was mit einem pfiffigen Wortspiel beginnt, führt „schluss-unendlich" in eine schwindelerregende Philosophie von der Zeit. *Robdilo´clock* beschreibt ihr Schöpfer als „Roboter-Uhr, die in analoger Weise (mit Motoren) die Zeit digital anzeigt. Daher der Name ROBot - DIgital - anaLOg - CLOCK." Außerdem bildet das „o'clock" am Ende ein weiteres Wortspiel. Auf einer schwarz lackierten Plexiglasplatte liegen 28 Segmente, die im Stil einer LCD-Uhr die Uhrzeit anzeigen. Zum Anzeigen der jeweils nächsten Stunden- oder Minutenzeit nimmt ein Greifer die jeweiligen Segmente und positioniert sie entsprechend neu. Mit Staunen folgt man der Mechanik beim Zurichten der Einzelteile, die schließlich das Gesamtbild einer Uhrzeit ergeben. Jeder Vorgang dauert logischerweise exakt eine Minute. Innerhalb dieser Spanne wird die „alte" Uhrzeit ab- und die „neue" aufgebaut. Dabei ist der gesamte Vorgang „durchsichtig". Alle Elemente liegen unverstellt und unverkleidet vor uns - Zahnräder, Gewindestangen, eine Plexiglasplatte etc. -, die Mechanik, die uns die Zeit anzeigt, braucht dafür dieselbe Dauer, um dies zu tun. Das bedeutet nichts weniger, als dass wir einem Phänomen dabei zusehen können, wie es sich gleichzeitig selbst erschafft und definiert. Damit gelingt Benjamin Aster etwas Großes: der eigene, unverwechselbare Ausdruck für das Unbeschreibliche.
Der Greifer wird in zwei Achsen von motorbetriebene Gewindestangen über eine schwarz lackierte Plexiglasplatte bewegt. Zum Hochheben und Ablegen der Segmente wird die gesamte Platte auf und ab bewegt. Ein Arduino Mega 2560 Mikroprozessor-Board steuert das System. Die Auf-Ab-Bewegung erfolgt über zwei Mini-Steppermotoren, welche zwei Stangen drehen. Daran sind zwei Fischertechnik-Zahnräder befestigt. Diese greifen in die an der Platte befestigten Zahnstangen und heben bzw. senken somit die Platte. Ein Servomotor öffnet und schließt den Greifer zum Zuschnappen und Loslassen der Segmente. Diese haben jeweils zwei kleine Magnete an der Unterseite, durch die sie an der Metallplatte haften, die direkt unter dem Plexiglas liegt. Ein aufwendig konstruierter Mechanismus ermöglicht die Drehung des Greifers. Die Motorhalterungen und den kompletten Schlitten mit dem Greifkopf habe ich in der CAD-Software Onshape 3D-modelliert und mit dem 3D-Drucker ausgedruckt.
Uhrzeiten regeln unseren Tagesablauf. Sie können auch Botschaften übermitteln. Fur den Kurzfilm, mit dem ich zeige, wie Robdilo'clock funktioniert, habe ich bewusst die Minuten kurz vor zwölf Uhr gewählt: Diese Zeitspanne hat auch eine symbolische Bedeutung. Sie kann daran erinnern, dass manche Probleme unserer Zeit rasch gelöst werden müssen, bevor es dafür zu spät ist.
Ich bin jetzt 14 Jahre alt. Wenn ich doppelt so alt bin, wird die Welt sich sehr verändert haben. Robdilo'clock bestimmt die tägliche Uhrzeit. Inwiefern Roboter mehr und mehr unseren Alltag bestimmen werden, wird die Zukunft zeigen.
Jurystatement:
Was mit einem pfiffigen Wortspiel beginnt, führt „schluss-unendlich" in eine schwindelerregende Philosophie von der Zeit. *Robdilo´clock* beschreibt ihr Schöpfer als „Roboter-Uhr, die in analoger Weise (mit Motoren) die Zeit digital anzeigt. Daher der Name ROBot - DIgital - anaLOg - CLOCK." Außerdem bildet das „o'clock" am Ende ein weiteres Wortspiel. Auf einer schwarz lackierten Plexiglasplatte liegen 28 Segmente, die im Stil einer LCD-Uhr die Uhrzeit anzeigen. Zum Anzeigen der jeweils nächsten Stunden- oder Minutenzeit nimmt ein Greifer die jeweiligen Segmente und positioniert sie entsprechend neu. Mit Staunen folgt man der Mechanik beim Zurichten der Einzelteile, die schließlich das Gesamtbild einer Uhrzeit ergeben. Jeder Vorgang dauert logischerweise exakt eine Minute. Innerhalb dieser Spanne wird die „alte" Uhrzeit ab- und die „neue" aufgebaut. Dabei ist der gesamte Vorgang „durchsichtig". Alle Elemente liegen unverstellt und unverkleidet vor uns - Zahnräder, Gewindestangen, eine Plexiglasplatte etc. -, die Mechanik, die uns die Zeit anzeigt, braucht dafür dieselbe Dauer, um dies zu tun. Das bedeutet nichts weniger, als dass wir einem Phänomen dabei zusehen können, wie es sich gleichzeitig selbst erschafft und definiert. Damit gelingt Benjamin Aster etwas Großes: der eigene, unverwechselbare Ausdruck für das Unbeschreibliche.
Benjamin Aster (*2005) ist 14 Jahre alt und besucht das Akademische Gymnasium Salzburg. In seiner Freizeit programmiert er gerne - v. a. mit Arduino und Processing - und macht mechatronische Projekte, für die er bereits Preise erhielt. Er entwirft und modelliert Teile für den 3D-Drucker, baut und programmiert daraus Maschinen und Roboter. Er interessiert sich auch sehr für Mathematik und programmiert mathematische Modelle. Beim Wettbewerb „Känguru der Mathematik" war er 2017 Bundessieger, 2019 Landessieger. Ein weiteres Hobby ist das Singen. Er ist im Kinderchor und sang als Solist u. a. bei den Salzburger Osterfestspielen.