Prix

The Prix Ars Electronica Archive is a collection enabling search and viewing of all the submissions since 1987. The award-winning projects are documented with catalogue texts and audio-visual media. All other submissions can be searched by title/artist and displayed with year, category in list form. Please cite the credits (artwork name, artist and photographer) and only use the materials if your article is related to Ars Electronica. 

u19–create your world Young Professionals Auszeichnung 2024

to the friends I'll never meet

Selma Yassin
In dem Projekt to the friends i'll never meet wird die Thematik des exzessiven Aufenthalts im Internet behandelt, welcher zu einer ungesunden Abhängigkeit und einer Distanzierung von Interaktionen außerhalb des Netzes führen kann. Es spricht das Problem an, wie man zu einem Leben abseits des Bildschirms zurückfinden kann, wenn virtuelle Bindungen die primäre Form des sozialen Kontakts geworden sind.

Der erste Teil der Arbeit besteht aus einer Skulptur aus gehäkelten Fäden und Holz zur Stabilisierung und einem begleitenden Video, das den Konstruktionsprozess zeigt. Hierbei ist zu sehen, dass die die Skulptur bauende Person sich durch die sich vervielfachenden Schnurverbindungen, die zur Repräsentation von Online-Freundschaften genutzt werden, selbst einschränkt und einengt. Zusätzlich wird dies innerhalb eines 3D-Raums dargestellt, der einen Scan der Skulptur und das auf einen leuchtenden Screen projizierte Entstehungsvideo beinhaltet. Die Konstruktion kann nicht verlassen werden. Ergänzend dazu gibt es ein Zine, in dem alte Chats mit Online-Freund*innen gezeigt werden – meistens der Anfang und das Ende einer Bekanntschaft –, um einen persönlicheren Einblick in das Thema zu bieten.

Die verschiedenen Ebenen und Aspekte der Arbeit spiegeln die Komplexität unserer zwischenmenschlichen Beziehungen wider, und das Projekt soll dazu anregen, einen aufmerksamen Umgang mit unserem Aufenthalt im Netz zu pflegen und sich nicht in einer digitalen Welt zu verlieren.
Selma Yassin (*2005) besucht derzeit die Höhere Graphische Bundes-, Lehr- und Versuchsanstalt im Zweig Fotografie. Sie experimentiert gerne mit verschiedenen Arten von Medien und deren Kombination.
Die Beschäftigung mit dem Leben in der digitalen Welt war ebenfalls ein in den eingereichten Arbeiten häufig wiederkehrendes Thema. Viele Teilnehmer*innen reflektierten über die Bedeutung von sozialen Medien, die Veränderung unserer Kommunikationswege und die Herausforderungen, echte Verbindungen in einer zunehmend digitalen Welt aufrechtzuerhalten.

Aufgegriffen hat diese Thematik to the friends i ’ll never meet der Künstlerin Selma Yassin, die dafür eine Auszeichnung erhält. Ihre Auseinandersetzung mit dem Thema Online-Beziehungen ist ein faszinierendes multimediales Kunstprojekt, das die Komplexität und Schönheit von Online-Freundschaften erkundet. Das Werk vereint performative Elemente mit Installation, digitalen Renderings analoger Räume und einem Zine, in dem die Künstlerin echte Chats verarbeitet. Durch den gekonnten Einsatz unterschiedlicher Medien nähert sich die Künstlerin den Themen Online-Zeit, Freundschaft und Intimität auf einfühlsame und vielschichtige Weise an. Die Analogie der Fäden, die geknüpft werden und dennoch leicht durchschnitten werden können, symbolisiert sowohl die Fragilität als auch die Stärke freundschaftlicher Verbindungen. Die Übersetzung dieser Performance in einen virtuellen Raum verleiht dem Projekt eine zusätzliche Dimension und macht es zu einer inspirierenden Reflexion über Vernetzung und Gemeinschaft über transnationale Grenzen hinweg.