Prix
The Prix Ars Electronica Archive is a collection enabling search and viewing of all the submissions since 1987. The award-winning projects are documented with catalogue texts and audio-visual media. All other submissions can be searched by title/artist and displayed with year, category in list form. Please cite the credits (artwork name, artist and photographer) and only use the materials if your article is related to Ars Electronica.
Fluten der Freiheit
Jakob Gruber
In meinem 3D-Animationsprojekt entfaltet sich eine kraftvolle Botschaft, die visuelle und auditive Elemente geschickt miteinander verbindet. Die Animation zeigt die Entstehung einer Schwimmweste, deren Bestandteile aus den bedeutungsschweren Worten „Demokratie", „Friede" und „Sicherheit" geformt werden. Dies symbolisiert eindrücklich die Sehnsucht der Flüchtlinge nach diesen grundlegenden Werten, die oft ihre Reise über die gefährlichen Ozeane antreiben.
Bei der Produktion meines Projekts ist mir auch mehrmals ein Kunstwerk von Ai Weiwei in den Sinn gekommen – die Berliner Schwimmwesten. Dieses Werk kritisiert ebenfalls die Situation der Flüchtlinge, da die Skulptur aus den Schwimmwesten der Flüchtlinge gemacht worden ist. Nur hat mir beim Ansehen etwas gefehlt: eine weitere Ebene, nämlich die akustische. Die Erweiterung dieses visuellen Erlebnisses durch das Sounddesign verleiht der Animation eine zusätzliche, tiefgreifende Dimension. Die akustischen Elemente sind so gestaltet, dass die Betrachter\*innen in eine emotionale Erfahrung eingebunden werden, die eine häufig auftretende Realität während solcher Überfahrten repräsentiert: das Ertrinken. Durch die gezielte Verwendung von Wassergeräuschen, wie Wellen und Unterwasserklängen, sowie von menschlichen Elementen des Atmens und des Herzschlags im Hintergrund, wird eine beklemmende Atmosphäre geschaffen. Das Ziel dieser Sound-Ebene ist es, die Betrachter\*innen dazu zu bringen, sich in die Lage der Flüchtlinge zu versetzen und einen intensiven „Gänsehaut“-Moment zu erleben. Die Kombination aus visuellen und auditiven Reizen soll nicht nur informieren, sondern auch empathische Resonanzen hervorrufen. Indem die Zuschauer\*innen mit den realen Herausforderungen und Gefahren konfrontiert werden, wird eine tiefere Verbundenheit und ein Verständnis für die Notlage der Flüchtlinge geschaffen.
Dieses Projekt will also nicht nur auf die prekäre Situation der Flüchtlinge aufmerksam machen, sondern auch dazu beitragen, die dringende Notwendigkeit eines humanitären Engagements und einer globalen Solidarität zu unterstreichen. Dieses Projekt vertieft sich intensiv in die Reise der Flüchtlinge über die Meere. Auf ihrem beschwerlichen Weg setzen sie ihre Hoffnungen auf die Suche nach Demokratie, Frieden und Sicherheit in Europa. Die Überquerung der Ozeane birgt jedoch nicht nur den Traum von einem besseren Leben, sondern auch erhebliche Gefahren. Viele Menschen haben bereits ihr Leben verloren, indem sie sich den unberechenbaren Elementen des Ozeans aussetzten. Die Herausforderungen, die mit dieser Überfahrt verbunden sind, reichen weit über die physischen Risiken hinaus. Die Flüchtlinge müssen sich auch den emotionalen und psychologischen Belastungen stellen, die mit der Unsicherheit über das, was sie erwartet, einhergehen.
Dieses Projekt nimmt sich vor, nicht nur die äußeren Aspekte dieser Reise zu beleuchten, sondern auch die inneren Kämpfe der Menschen, die sich auf diesen gefahrvollen Weg begeben. Durch die Erfassung von persönlichen Geschichten, Erfahrungen und Herausforderungen wird versucht, das Bewusstsein für die Menschlichkeit hinter den Statistiken zu schärfen. Dies geschieht in der Hoffnung, einen konstruktiven Dialog über die globalen Herausforderungen der Migration und die Notwendigkeit einer menschlichen und koordinierten Antwort zu fördern. So wird dieses Projekt zu einem kraftvollen Instrument, um das Verständnis zu vertiefen und Empathie für diejenigen zu wecken, die auf der Suche nach einem sichereren und hoffnungsvolleren Leben die gefährlichen Gewässer überqueren.
Bei der Produktion meines Projekts ist mir auch mehrmals ein Kunstwerk von Ai Weiwei in den Sinn gekommen – die Berliner Schwimmwesten. Dieses Werk kritisiert ebenfalls die Situation der Flüchtlinge, da die Skulptur aus den Schwimmwesten der Flüchtlinge gemacht worden ist. Nur hat mir beim Ansehen etwas gefehlt: eine weitere Ebene, nämlich die akustische. Die Erweiterung dieses visuellen Erlebnisses durch das Sounddesign verleiht der Animation eine zusätzliche, tiefgreifende Dimension. Die akustischen Elemente sind so gestaltet, dass die Betrachter\*innen in eine emotionale Erfahrung eingebunden werden, die eine häufig auftretende Realität während solcher Überfahrten repräsentiert: das Ertrinken. Durch die gezielte Verwendung von Wassergeräuschen, wie Wellen und Unterwasserklängen, sowie von menschlichen Elementen des Atmens und des Herzschlags im Hintergrund, wird eine beklemmende Atmosphäre geschaffen. Das Ziel dieser Sound-Ebene ist es, die Betrachter\*innen dazu zu bringen, sich in die Lage der Flüchtlinge zu versetzen und einen intensiven „Gänsehaut“-Moment zu erleben. Die Kombination aus visuellen und auditiven Reizen soll nicht nur informieren, sondern auch empathische Resonanzen hervorrufen. Indem die Zuschauer\*innen mit den realen Herausforderungen und Gefahren konfrontiert werden, wird eine tiefere Verbundenheit und ein Verständnis für die Notlage der Flüchtlinge geschaffen.
Dieses Projekt will also nicht nur auf die prekäre Situation der Flüchtlinge aufmerksam machen, sondern auch dazu beitragen, die dringende Notwendigkeit eines humanitären Engagements und einer globalen Solidarität zu unterstreichen. Dieses Projekt vertieft sich intensiv in die Reise der Flüchtlinge über die Meere. Auf ihrem beschwerlichen Weg setzen sie ihre Hoffnungen auf die Suche nach Demokratie, Frieden und Sicherheit in Europa. Die Überquerung der Ozeane birgt jedoch nicht nur den Traum von einem besseren Leben, sondern auch erhebliche Gefahren. Viele Menschen haben bereits ihr Leben verloren, indem sie sich den unberechenbaren Elementen des Ozeans aussetzten. Die Herausforderungen, die mit dieser Überfahrt verbunden sind, reichen weit über die physischen Risiken hinaus. Die Flüchtlinge müssen sich auch den emotionalen und psychologischen Belastungen stellen, die mit der Unsicherheit über das, was sie erwartet, einhergehen.
Dieses Projekt nimmt sich vor, nicht nur die äußeren Aspekte dieser Reise zu beleuchten, sondern auch die inneren Kämpfe der Menschen, die sich auf diesen gefahrvollen Weg begeben. Durch die Erfassung von persönlichen Geschichten, Erfahrungen und Herausforderungen wird versucht, das Bewusstsein für die Menschlichkeit hinter den Statistiken zu schärfen. Dies geschieht in der Hoffnung, einen konstruktiven Dialog über die globalen Herausforderungen der Migration und die Notwendigkeit einer menschlichen und koordinierten Antwort zu fördern. So wird dieses Projekt zu einem kraftvollen Instrument, um das Verständnis zu vertiefen und Empathie für diejenigen zu wecken, die auf der Suche nach einem sichereren und hoffnungsvolleren Leben die gefährlichen Gewässer überqueren.
Mein Name ist Jakob Gruber (*2007). Die ersten Monate im Leben verbrachte ich in einer kleinen Wohnung in Salzburg Süd. Wenig später folgte die Übersiedelung nach Henndorf, wo ich auch in den Kindergarten und in die Volksschule ging. Danach wechselte ich ins Bundesrealgymnasium nach Seekirchen. Hier machte ich meine ersten wichtigen künstlerischen Erfahrungen. Da mir dies sehr gefiel und der Schulwechsel wieder vor der Tür stand, habe ich mich an der HTL Salzburg im Bereich Grafik- und Kommunikationsdesign beworben. Dieser Aufnahmeprozess war sehr langwierig, doch er zahlte sich aus. Im Frühling 2021 bekam ich eine Zusage und konnte die HTL im Herbst besuchen. Die HTL ist eine wunderbare Bereicherung. Im Frühjahr 2024 gewann ich auch einen Preis in der Kategorie Video bei einem vom Salzburger Landtag ausgeschriebenen Kreativwettbewerb.
Die Goldene Nica geht an Fluten der Freiheit von Jakob Gruber. Trotz ihrer Kürze von nur zehn Sekunden gelingt es der Animation – ohne gesprochenes Wort, nur mit einer Geräuschkulisse – auf beeindruckende Weise, starke Emotionen und eine dringliche Botschaft zu vermitteln. Während rechte Parteien und Autokrat*innen auf dem Vormarsch sind und die hohe Anzahl der auf der Flucht über das Mittelmeer Gestorbenen in der medialen Berichterstattung häufig nur eine Randnotiz ist, ist es besonders wichtig, dass andere Stimmen laut und deutlich gehört werden. Das kurze Video emotionalisiert – ohne dabei persönliche Schicksale geflüchteter Menschen zur Schau zu stellen. Jakob Gruber schafft es, die anhaltende Tragödie der Flucht über das Mittelmeer mit wenigen Bildern eindringlich darzustellen. Die Schlagworte „Friede, Demokratie, Sicherheit“, wesentliche Grundpfeiler des europäischen Selbstverständnisses, werden gerade bei Flucht und Migration nur unzureichend eingelöst. Seine Animation hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck und erinnert uns daran, dass Kunst die Macht hat, komplexe gesellschaftliche Themen auf den Punkt zu bringen und uns zum Handeln zu bewegen. Und sie macht zugleich auch Hoffnung: Hoffnung auf Frieden, Demokratie und Sicherheit. Grundsätze, die allen Menschen zustehen sollten – nicht nur jenen, die im richtigen Land geboren wurden.