Prix

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u19 – CREATE YOUR WORLD Young Professionals Auszeichnung 2025

somes – Plattform für politische Transparenz

Florian Nagy, Tim Herbst (AT), Lukas Zöhrer

Alle fünf Jahre wird ein neuer Nationalrat gewählt – was aber in der Zwischenzeit passiert, bleibt meist im Dunkeln. Durch den ganzheitlichen Ansatz namens somes möchte die Projektgruppe Desinformation (kontrolliert oder unabsichtlich), algorithmischen Filterblasen, Korruption und Politikverdrossenheit entgegenwirken, indem sie parlamentarische und regierungsspezifische Aktivitäten, Prozesse und Informationen niederschwellig zugänglich macht. 

Die ursprüngliche Idee für somes stammt von Clemens Bauer. In seiner Rolle als Schulsprecher wurde ihm bald bewusst, dass seine Arbeit für viele nicht nachvollziehbar war. Zu häufig hörte er Sätze wie: „Die machen doch eh nichts“ oder „Da passiert nichts“. Dieser Eindruck entstand nicht aufgrund fehlenden Engagements, sondern aufgrund mangelnder Transparenz und der Schwierigkeit, Außenstehenden die Möglichkeit zur aktiven Beteiligung zu geben. 

Dieses Problem ist jedoch nicht auf die Schule beschränkt. Ähnliche Herausforderungen zeigen sich auch in der österreichischen und europäischen Politik – insbesondere in nationalen Parlamenten wie dem Nationalrat. In der Zeit zwischen Skandalen und Wahlen, die eigentlich entscheidend ist, hört man nur wenig von der Politik – gerade diese Zeit bleibt im Dunkeln. Transparente Prozesse und einfach dargestellte Entscheidungen, senken das Risiko von Korruption. 

somes begleitet die Demokratie in eine demokratische, transparente Zukunft und bietet eine Orientierung in der aktuellen Informationsflut. Relevante Informationen zu Tagespolitik, Gesetzesänderungen sowie demokratischen Initiativen werden in einer Website vereint und gleichzeitig soll der Austausch der Abgeordneten mit der Wählerschaft gefördert werde. Im Laufe der Zeit präzisierten sich die Ziele und Features, die die Plattform bieten muss. Ziel ist, am Ende einer Legislaturperiode zu wissen, welche Partei oder Person am besten zu einem passt.  



Links: https://somes.at/

Logo and color scheme: Sarah Rohrbacher
Ideas and help with initial presentations and pitches: Daniel Weishörndl 
Idea, color scheme, business plan and network: Clemens Bauer 
Organization of financial support: Gerald Stoll (HTL Hollabrunn)
Diploma thesis supervision: Michael Wihsböck (HTL Hollabrunn)

Um somes umzusetzen, ist vor allem ein motiviertes Team erforderlich: Lukas Zöhrer (*2005) ist für die mobile Applikation zuständig, Tim Herbst (*2006)für Data-Science und Statistiken und Florian Nagy (*2006) für das Web-Frontend, das Backend und die Datensammlung. Die drei haben das Projekt im Rahmen ihrer Diplomarbeit an der HTL Hollabrunn umgesetzt und werden die Plattform in Zukunft in Form eines Vereins weiterführen und umfassend verbessern. Der Verein soll zusätzlich Podiumsdiskussionen, Bildungsreisen und sonstige überparteiliche politische Events organisieren.

Die Website somes ist ein politisches Teilhabetool und bietet einen niederschwelligen Zugang zu vielfältigen politischen Daten. Sie leistet dadurch einen erheblichen Beitrag zur Stärkung der Demokratie – die Dringlichkeit und Relevanz ist offensichtlich. Der Impact dieser Plattform ist bei entsprechender Verbreitung voraussichtlich enorm hoch – bei Jugendlichen wie Erwachsenen.
somes will Nutzer*innen helfen, informierte Entscheidungen über die Wahl von Abgeordneten oder Parteien zu treffen und den politischen Dialog fördern. Das Projekt vermag die politische Bildung zu verbessern und die demokratische Teilhabe aller Bürger*innen zu stärken.

Informationen können mit einem Klick eingesehen werden und sind klar, übersichtlich und einfach zugänglich aufbereitet. Die Anzahl von Tools, die für somes eingesetzt werden – von PyTorch bis Rust – ist schwindelerregend und zeugt von bedeutsamen Webentwicklerfähigkeiten. Die Kombination aus durchdachter und gut designter Datendarstellung über deren Analyse bis zu spezifischen Funktionen, wie dem Wahlhelfer, ist überzeugend. Die Navigation ist intuitiv und politische Prozesse werden in Echtzeit greifbar. Auch die Transparenz der Quellen, die den differenziert dargestellten Daten und Informationen zur Seite gestellt sind, zeugt von einem verantwortungsvollen Umgang mit der Aufmerksamkeit der Nutzer*innen und dem ehrlichen Interesse, nicht in eine Richtung zu politisieren.