Prix

The Prix Ars Electronica Archive is a collection enabling search and viewing of all the submissions since 1987. The award-winning projects are documented with catalogue texts and audio-visual media. All other submissions can be searched by title/artist and displayed with year, category in list form. Please cite the credits (artwork name, artist and photographer) and only use the materials if your article is related to Ars Electronica. 

u19–create your world Young Professionals Anerkennung 2025

Wenn’s Sein Muss

Schüler*innen des BRG Hallein

Der Kurzfilm Wenn‘s Sein Muss spielt mit den etablierten gesellschaftlichen Rollen und hinterfragt toxische Maskulinität im Kontext von Sport. In einer Welt, in der Stärke und Dominanz oft als Männlichkeitsmerkmale gelten, dreht der Film diese Rollen um und stellt die gängigen Erwartungen auf den Kopf. Durch pointierte Szenen wird deutlich, wie tief verwurzelte Geschlechterstereotype und die Vorstellung von „echtem Mannsein“ zu Ausgrenzung und Konflikten führen können. 

Der digital im Format 16:9 gedrehte Film beleuchtet auf provokante Weise die Dynamiken, die innerhalb von Sport und Gesellschaft entstehen, wenn Menschen aufgrund ihrer Geschlechterzugehörigkeit in vorgegebene Rollen gepresst werden. Wenn‘s Sein Muss regt dazu an, über die Grenzen von Geschlechterrollen nachzudenken und die Auswirkungen von toxischer Maskulinität zu hinterfragen.

Amelie, Antonia, Christoph, Felix, Halime, Jana, Leon, Leonie, Lucia, Lucie, Marie, Paul, Sebastian, Tristan, Viktoria, Zoia

Shoot your Short film workshop (Stefan Bohun, Gregor Centner)

Amelie, Antonia, Christoph, Felix, Halime, Jana, Leon, Leonie, Lucia, Lucie, Marie, Paul, Sebastian, Tristan, Viktoria und Zoia (alle *2007) besuchen gemeinsam eine Klasse des Bundesrealgymnasium (BRG) Hallein. Im Rahmen eines Workshops mit „Shoot your Short“ setzten sie sich erstmals intensiv mit dem Medium Film auseinander und entwickelten gemeinsam ihren Kurzfilm Wenn‘s Sein Muss. Mit viel Kreativität, Teamarbeit und einem feinen Gespür für gesellschaftlich relevante Themen brachten sie ihre Ideen auf die Leinwand.

Rollenklischees und toxische Genderstereotypen sind Thema im öffentlichen Diskurs und werden auch in künstlerischen Arbeiten oft behandelt. Häufig geschieht dies als ernsthaftes Plädoyer oder als Appell. Die Arbeit Wenn‘s Sein Muss versucht hingegen, die Botschaft ohne erhobenen Zeigefinger, stattdessen mit viel Humor zu vermitteln. Ein Fußballspiel als Schauplatz toxischer Männlichkeit, allerdings in Umkehrung praktiziert von Spielerinnen. Sie spucken, schimpfen, attackieren einander und sprechen in der Spielpause über männliche Bekannte als Eroberungen oder Objekte, deren Aussehen sie bewerten. Als ein paar junge Männer den Raum betreten, denen die Situation sichtlich unangenehm ist, werden sie abgewertet und ausgelacht. Trotz allem bitten sie darum, mitspielen zu dürfen und werden mangels Alternative gnädigerweise aufgenommen – „wenn‘s sein muss”. So vieles an diesem Film sind bekannte Situationen, Dinge, die sowohl junge Männer als auch junge Frauen nur allzu oft in verschiedenen Kontexten erleben. Durch die bewährte Methode der Umkehrung entsteht in diesem kurzen Film allerdings nicht nur Komik, sondern es wird auch die Absurdität des Verhaltens und die absolute Sinnlosigkeit toxischer Männlichkeit in der Zuspitzung deutlich.