Prix

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u19 – CREATE YOUR WORLD Young Creatives u14 Auszeichnung 2025

Über’s Redn kumman d’Leid zaum. Fußballspielen im Hof

Mathilde Prichenfried, Lieselotte Prichenfried, Dominik Pichler, Karim Naim

Nachdem die Kinder monatelang im Hof der Hausanlage des Projektteams Fußball gespielt hatten, wurden plötzlich Verbotsschilder gegen das Spiel aufgehängt. Um etwas dagegen zu unternehmen, starteten die vier Nachbarskinder eine Unterschriftenaktion. Sie gingen von Tür zu Tür, redeten mit ihren Nachbar*innen und sammelten Unterschriften für das „Fußballspielen im Hof“. Im Gegenzug versprachen sie, sich um den zerstörten Rasen zu kümmern, Rücksicht auf Wände und Balkone zu nehmen sowie die Ruhezeiten einzuhalten.

Die Unterschriftenliste wurde an die Hausverwaltung geschickt mit der Bitte, das Verbot wieder aufzuheben. Der Wunsch wurde gehört und das Fußballspielen bis 20:00 Uhr wieder erlaubt. Auch wenn es noch immer vorkommt, dass ein Nachbar die Kinder filmt, sobald es eine Minute später ist …
Die Geschichte wurde im Nachhinein verfilmt, mit Zeichnungen versehen und als Projekt mit dem Titel Über’s Redn kumman d’Leid zaum. Fußballspielen im Hof eingereicht. Die tatsächliche Rasenpflege wurde erst nach dem Einsendeschluss erledigt.

Texts: Gabi Bauer
Video editing: Steffen Holzer

Mathilde (*2016), Lotte (*2014), Karim (*2012) und Dominik (*2009) sind in Wien geboren und als Nachbarskinder gemeinsam aufgewachsen. Im Gemeinschaftsgarten spielen sie vor allem Fußball miteinander. Mathilde, Lotte und Dominik gehen in die ILB – eine Schule mit Mehrstufen-Klassen und ohne Noten. Karim besucht ein Gymnasium. Mathilde mag Tiere und reitet gerne, Lotte interessiert sich für Cheerleading und Reiten, Karim liebt Fußball und Kochen, und Dominik ist am liebsten auf dem Trampolin, beim Reiten oder Fußballspielen.

Mit einer scheinbar kleinen Geschichte – dem Verbot, im Hof Fußball zu spielen – entfaltet dieser Film eine große Erzählung über Gemeinschaft, Widerstand und Selbstermächtigung. Ohne Pathos, aber mit spürbarer Entschlossenheit zeigen die jungen Filmemacher*innen, wie Demokratie ganz konkret und im Alltag funktionieren kann: durch Zuhören, durch Gespräch, durch Hartnäckigkeit.
Der Film ist lebendig, klug gebaut und erzählt von einer Erfahrung, die viele Kinder kennen – aber selten so reflektiert und konstruktiv sichtbar gemacht wird.
Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was passieren kann, wenn junge Menschen ihre Stimme erheben – und gehört werden.