Prix
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Totennebel
Die Animation Totennebel thematisiert die Sinnlosigkeit des Krieges und wie er die Menschheit ins Verderben stürzt. Sie zeigt, wie der Krieg allen schadet. Aus diesem Grund dreht sich der animierte Film um unsere Hauptprotagonisten als Soldaten und ihren langsamen Gang in den Tod.
Die Animation beginnt mit einem Zoom auf einen schwer atmenden Soldaten in einer verlassenen Umgebung und zeigt damit die durch den Krieg verursachte Entfremdung von der Realität. Dann wird zu einer Szene geschnitten, die einen Schützengraben mit verwundeten Soldaten auf beiden Seiten zeigt. Dies dient dazu, die Verbindung zur Realität des Krieges wiederherzustellen. Es folgt die Szene, in der ein Soldat aus dem Graben herausschaut und von einem Schützen der "feindlichen" Seite beschossen wird. Dieser Schütze wird seinerseits von der Artillerie beschossen, die Zeit verlangsamt sich, während die Szene allmählich von der Schockwelle überrollt wird. Um noch deutlicher zu machen, wie der Krieg diejenigen auffrisst, die an ihm teilnehmen, zeigt die nächste Szene, wie Ranken – eine Verkörperung des Krieges – den besagten Graben langsam erfassen und drei Soldaten dazu treiben, ihre Waffen abzufeuern.
Gabriel Berger (*2008) und Valerian Hobel (*2008) besuchen die HTL Rennweg in Wien. Sie lieben es, digitale Kunst in Form von 3D-Animation zu kreieren. Mit Totennebel realisierten sie ihr erstes gemeinsames großes Projekt. Da sie auch in ihrer Ausbildung gerne kreativ sind, werden die beiden den Schwerpunkt Medientechnik an ihrer Schule weiterverfolgen.
Der Krieg ist ein Thema, das uns in der gegenwärtigen Weltpolitik täglich begegnet. In Sätzen wie „Wehret den Anfängen” und zahlreichen aktuellen Diskussionen über Antisemitismus, Salonfähigkeit von Rassismus oder Propaganda in Form von Fake News wird allerdings auch immer der Bezug zur Geschichte hergestellt, zu Bildern und kollektivem Gedächtnis früherer Kriege. Was uns sowohl im historischen als auch im aktuellen Kontext immer wieder begegnet, ist das Phänomen der Entmenschlichung von Kriegsopfern. Sie werden zu Zahlen oder zu Funktionen. Das ist die Thematik der Animation Totennebel von Gabriel Berger und Valerian Hobel. Ohne Worte wird hier in eindringlichen Bildern der Fokus gelenkt und eine bedrückende Stimmung geschaffen. Soldaten sind hinter ihren Gasmasken nicht voneinander zu unterscheiden. Das Maschinengewehr rattert vor sich hin auf ein Ziel, das man nicht sehen kann. Ebenso aus dem Nichts kommt plötzlich die Explosion, die alles auflöst, ohne Rücksicht auf persönliche Geschichten oder individuelle Perspektive. Der Stacheldraht rankt sich in den Schützengraben und lenkt die Gewehre der Soldaten, macht sie zu Marionetten ohne eigenen Willen.